Wir haben euch vor Kurzem über Facebook und Instagram gebeten, uns eure Fragen zu Steffi, MADAME KUKLA und allem drum herum zu schicken. Die ersten Fragen beantwortet euch Steffi in unserem allerersten Interview für unseren Blog. Ja und das Interview ist so lange geworden, dass wir es in zwei Teile geteilt haben. Viel Spaß mit dem ersten Teil!

Wie ist Steffi auf die Idee der KUKLAs gekommen und wie sah das eigentlich aus? Wann hat sie sich getraut ihre Idee umzusetzen und welche Rolle haben Familie und Freunde bei der Entwicklung der KUKLAs und des Unternehmens gespielt? Ja und wie kriegt man das als Dreifachmama alles unter einen Hut? Die Antworten auf diese Fragen und noch viel mehr erfährst du hier im ersten Teil unseres großen Interviews mit unserer Gründerin Steffi.

Die ersten vier Fragen beantwortet Steffi noch ausführlicher im Video. Außerdem zeigt sie uns hier ihr allererstes KUKLA:

Wie bist du auf die Idee für das erste KUKLA gekommen und wann?

So ganz genau weiß ich das nicht mehr. Ich habe immer wieder Stoffe gekauft, Möbel tapeziert und die Stoffe als Vorhänge oder Tischdecke verwendet. Dabei hatte ich nicht wirklich ein Ziel, sondern das war eher bedarfsorientiert. Eines Tages habe ich mir gedacht, ich hätte gerne etwas variables. Als ich meine erste Nähmaschine von meiner Oma zum Geburtstag bekommen habe, habe ich, ohne es zu wissen, das erste KUKLA genäht und hatte eine lustige Erkenntnis. Ich habe zwei Stoffe aneinander genäht und Armlöcher hineingemacht. Dann habe ich gesehen, dass es viel zu klein ist, habe es wieder auseinander geschnitten und in der Mitte mehr Stoff dazwischen genäht. Als ich es angezogen habe, war das der Moment, in dem ich realisiert habe, dass das Kleidungsstück dehnbar sein muss, damit es funktioniert und gemütlich ist. Auch damals habe ich schon einen BINDEGÜRTEL dazu genäht.

Wann genau ist dann das erste dehnbare KUKLA entstanden?

Wann das erste dehnbare KUKLA entstanden ist, weiß ich gar nicht so genau. Die ersten KUKLAs waren kurz und eher länglich. Dann habe ich gemerkt, dass man es auch als Kleid tragen kann, wenn man es länger macht. Ungefähr 2014 habe ich es auf Veranstaltungen oder bei meinem Job getragen. Der Startschuss, um etwas aus der Idee zu machen, ist Ende 2014 gefallen. Da habe ich meinen Brotjob gekündigt und mit Jänner 2015 habe ich nichts anderes gemacht, als jeden Tag Experten zu befragen, Interviews zu lesen, Workshops zu besuchen etc. und habe von Null weg am Reißbrett die Firma geplant. Da ich keine Ahnung von der Mode- und Textilbranche hatte, musste ich mir alles selbst aneignen und erst einmal finden. Ich habe mich gefragt, wer meine Kunden sind und was ich mir als Kundin auf einer Website wünschen würde. Es war wirklich ein riesengroßes Puzzle, das ich von Null weg zusammengesetzt habe. Das erste Jahr war auch das schwierigste Jahr, weil man das Gefühl hat, ein Kartenhaus zu bauen, ohne zu wissen, ob es nicht vielleicht zusammenfällt. Im November 2015 bin ich online gegangen. Das war sozusagen der Beginn von KUKLA.

Wie weit waren und sind Familie und Freunde involviert?

Meine erste Investorin ist eigentlich meine Oma gewesen, die zu gleichen Teilen je 10.000€ auf ihre Enkel aufgeteilt hat. Als ich mich entschieden habe, dem Kleidungsstück eine Chance zu geben, habe ich das Geld als Startkapital verwendet. Darüber hinaus haben mir meine Eltern Geld geborgt. In Summe hatte ich 30.000 Startkapital und das Unternehmensgründungsprogramm, das ein halbes Jahr meine Fixkosten gedeckt hat. Meine Familie und Freunde waren außerdem extrem involviert, weil sie Prototypen probiert haben und Feedback gegeben haben. Meine Mama war bei der ersten Stoffmesse dabei, die ich besucht habe. Die hat ein gutes Gespür für Stoffe und Farben und ich denke, dass ich das zu einem großen Teil von ihr habe. Außerdem waren unsere jetzigen Investoren, Gabriel und Thomas, involviert. Die sind erfolgreiche Unternehmer und haben den schlafenden Hund in mir geweckt. Die haben mich bestärkt und mir auch gesagt, wie toll sich das Produkt für den Onlinehandel eignet, weil es eben keine 300 Einzelteile hat, wie eine Winterjacke zum Beispiel. Ja und dann habe ich es einfach riskiert. Ich war jung, hatte eine gute Ausbildung, und noch keine Kinder – no risk, no fun. Auch mein Freund, mit dem ich seit über 20 Jahren zusammen bin, und der selbst Unternehmer ist, war natürlich extrem entscheidend und war an der Entwicklung beteiligt. Er hat mich gechallengt und gefordert und ist auch heute noch ein wichtiger Gesprächspartner für mich. Insofern sind auch heute nach wie vor viele Menschen aus meinem privaten Umfeld sehr involviert – als Kundinnen, Models und Wegbegleiter. Ohne die wäre KUKLA nie da, wo es jetzt ist.

Wie hat sich das KUKLA-Team entwickelt?

Gegründet und gestartet habe ich alleine. Ich hatte allerdings von Anfang an einen Logistiker, der den Versand sowie die Retourenabwicklung gemacht hat und einen Fertigungsbetrieb, der die KUKLAs hergestellt hat. Drei Wochen nachdem ich gegründet habe, hat sich Magdalena Auer beworben, die mitbekommen hat, dass Laura Karasinski das Logo und die Website gemacht hat und das Unternehmen cool fand. Ungefähr vier Monate später hat sie begonnen, bei mir zu arbeiten. Zuerst 5 Stunden, dann 10, dann 20 und irgendwann war sie Vollzeit da. Sie war insgesamt drei Jahre bei mir. Anfangs haben viele Studenten mitgearbeitet. Irgendwann war mir aber klar, dass das Unternehmen Leute braucht, die Vollzeit, 100% Fokus auf das Unternehmen haben. Denn das Unternehmen ist groß geworden und hat eine Struktur gebraucht. Für’s Marketing kam damals die Teresa schon dazu, dann Nina für die Logistik, den Einkauf, die Produktion, Verena für den Customer Support usw. Das Unternehmen ist organisch gewachsen und hat viele Phasen durchlaufen, die nicht immer nur einfach waren. Aber das ist eben das unternehmerische Risiko, das man nimmt und mit dem man auch selber wächst. Alle Entwicklungen, die das Unternehmen durchlief, habe auch ich als Person mitgemacht. Das ist schon eine ganz schöne Nummer, aber macht mega Spaß, vor allem wenn man Frauen dabeihat, die mit viel Leidenschaft, Herzblut und Detailgenauigkeit dabei sind.

Du willst über die folgenden Fragen noch detailierter Bescheid wissen? Dann sieh dir das Video an:

Welchen Einfluss haben die #madamekuklas auf KUKLA?

Einen riesengroßen! KUKLA lebt von den Frauen, die das Kleidungsstück tragen und die KUKLA an ihr Leben anpassen und in ihren Kleiderschrank integrieren. Wir sind immer wieder verblüfft, wie viele coole Looks und neue Varianten entstehen. KUKLA wär‘ eigentlich nix ohne unsere über 20.000 Kundinnen. Ich krieg immer wieder mit, was wir an Rückmeldungen bekommen, welche Wünsche ihr äußert und was euch gefällt oder weniger gefällt. Ganz egal ob per E-Mail oder Facebook und Instagram. Wir sind sehr intensiv in Kontakt. Teilweise bekommen wir auch mit, was sich in der riesengroßen Community-Gruppe auf Facebook tut, die eine Kundin gegründet hat. Insofern entscheidet ihr maßgeblich mit, wie KUKLA sich bis dato entwickelt hat und wie es mit KUKLA weitergehen wird. Wenn wir neue Dinge ausprobieren, ist es immer wieder spannend, wie die ankommen und ob wir da einen guten Riecher für die Marke und für euch als Kundinnen hatten. Was für mich und uns alle immer wieder beeindruckend ist, ist wie wertschätzend untereinander und uns gegenüber umgegangen wird. Wir hören oft, dass so ein Kundensupport, z.B., nicht üblich ist und der auffallend positiv und schnell reagiert. Bei uns gibt es auch innerhalb der Kundengruppe relativ wenig Bashing. Das ist echt beeindruckend und zeigt immer wieder, dass KUKLA mehr als ein Kleidungsstück ist, sondern eine Gangart im Leben, ein wertschätzendes Miteinander, ein bestätigendes, positives und starkes Frauengefüge. Das find‘ ich einfach richtig cool. Insofern wär‘ KUKLA nix ohne euch- so schaut’s aus!

Wie schaffst du den Alltag als Dreifachmama?

Mein Alltag als Dreifachmama ist mitunter laut, chaotisch, ungeplant, zu spät, manchmal müde, aber in Summe, hätte ich mir irgendwann einmal wünschen können, wie mein Berufs- und Familienleben aussieht, dann hätte ich es mir ehrlicherweise nicht schöner, besser und großartiger vorstellen können. Mein Alltag von Montag bis Freitag: Die zwei größeren Kinder gehen schon in den Kindergarten, der Kleinster kommt bald in den Kindergarten. Ab 8:30 in der Früh haben wir eine Kinderbetreuung, da ist dann jemand bei uns zu Hause. Wenn auch der Kleinste in den Kindergarten geht, ist die Kinderbetreuung erst ab 14:30 notwendig. Wir haben eigentlich immer jemanden, der zusätzlich zu uns mit den Kindern ist. Ich trenne Berufs- und Familienleben ziemlich stark. Ich bin von 9:30 bis 15:30 ungefähr im Büro, da bin ich dann für alle im Team da. Ab 15:30 bin ich mit den Kindern und checke auch keine Mails mehr. Im Grunde lässt es sich erstens durch unsere Kindermädchen gut vereinen, die einen grandiosen Job machen, und zweitens durch meinen Partner. Der ist auch selbstständig, wodurch ich mich super mit ihm koordinieren kann. Die Wochenenden sind wir alleine mit den Kindern und da wird auch nicht gearbeitet.

Wo geht die KUKLA-Reise hin?

Das ist eine extrem schwierige Frage für mich. Vor allem wenn 8 Leute mitarbeiten, ist es wichtig, eine Vision zu haben und zu wissen, wohin die ganze Energie fließen wird. Da ich das nicht so genau sagen kann, habe ich intern einen Prozess mit allen Mädels gestartet, bei dem wir uns unterhalten haben, welche Produkte wir planen – auch über die KUKLAs und Stoffreste hinaus. Da sind wir zu einer ganz schön coolen Latte an Produkten gekommen. Wir beginnen jetzt schon, an manchen zu arbeiten. Verraten tu‘ ich dazu aber nichts. ;-)  

Was ist die Vision von KUKLA?

Es wäre cool, wenn wir einmal ein Modelabel sind, das über die Grenzen von Deutschland und Österreich hinaus bekannt ist und für anspruchsvolle Kleidung steht, die Frauen die Freiheit gibt, sich so zu kleiden, dass man mit beiden Händen frei und froh in den Tag starten kann. Das sind wir zwar jetzt auch schon zum Teil, aber da ist auch der Weg das Ziel. Bald habe ich einen Termin mit unseren Business-Angels und Investoren zu diesem Thema, weil das etwas ist, an dem man ständig feilt und überlegt, wie sich KUKLA weiterentwickelt: Was sind strategisch wichtige Dinge? Wo ist das Herz aller, die mitarbeiten? Mein persönliches Ziel ist es, zu dieser Vision zu kommen, vielleicht sogar heuer noch.

 

Im zweiten Teil unseres Interviews erzählt dir Steffi mehr über die Farb- und Stoffauswahl, warum wir für das nächste trachtige KUKLA so geduldig sein müssen und ob es einmal KUKLA im stationären Handel zu kaufen geben wird.

 

 

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